Kevin hatte immer gewusst, dass er adoptiert war. Seine Adoptiveltern hatten ihm das erzählt, als er noch klein war, und sie waren für ihn wie ein echtes Elternpaar gewesen. Er liebte sie und respektierte sie, aber manchmal konnte er nicht lassen, sich die Frage zu stellen, wer seine leibliche Mutter wirklich war und wo sie geblieben war. Kevin hatte nie viel Interesse an seiner Geburtsfamilie gezeigt, bis eines Tages ein Brief in seinem Postfach landete. Er öffnete ihn neugierig und las den Inhalt mit Schock und Erstaunen. Der Brief kam von einer Frau namens Susan, die behauptete, seine leibliche Mutter zu sein, und ihm erzählte, dass sie sich entschieden hatte, ihn nach der Geburt aufzugeben. Kevin fühlte sich plötzlich wie verändert. Er spürte eine Mischung aus Wut, Trauer und Verwirrung in seiner Brust. War dies die Wahrheit über seine Geburtsfamilie? War sein Leben ein Lüge? Wie sollte er mit dieser neuen Information umgehen? Kevin beschloss, sich mehr über Susan und ihre Entscheidung herauszufinden. Er suchte nach Dokumenten und Fotos, die sie oder ihre Familie zeigten, und versprach sich selbst, dass er nicht aufgeben würde, bis er alles wusste, was es zu wissen gab. Aber während er in das Vergangene tauchte, begann er auch zu hinterfragen sein Leben mit seinen Adoptiveltern. Er fragte sich, ob sie ihm die Wahrheit gesagt hatten, oder ob sie auch etwas verbergt hatten. Er spürte sich unwohl und verlor allmählich den Schwerpunkt in seinem Leben. Kevin beschloss schließlich, dass er Susan treffen musste. Er wollte wissen, warum sie ihn aufgegeben hatte und was ihr Leben seitdem bedeutet hatte. Er wollte wissen, ob es eine Chance gab, eine Beziehung zu ihr oder ihren anderen Kindern aufzubauen. Er reiste nach dem Ort, von dem der Brief stammte, und traf sich mit Susan. Sie war eine ältere Frau, die schwer krank war und nicht viel Zeit hatte. Aber sie sprach ihn an und erzählte ihm ihre Geschichte. Sie hatte in jungen Jahren schwanger geworden und einen Schwangerschaftsausschluss eingegangen. Sie war verängstigt und verzweifelt gewesen und hatte sich gezwungen gesehen, ihren Sohn aufzugeben. Kevin hörte zu und spürte eine Mischung aus Mitgefühl und Wut in seiner Brust. Er fragte sie, ob sie je versucht hatten, nach ihm zu suchen oder ihn zu kontaktieren. Sie schüttelte den Kopf und sagte, dass sie sich nie trauten, ihn wiederzufinden. Kevin spürte ein seltsames Gefühl von Freiheit und Entscheidungsfreiheit in seinem Herzen. Er hatte die Wahl, ob er Susan in sein Leben aufnehmen oder nicht wollte. Er konnte entscheiden, wie er mit seiner leiblichen Mutter umgehen und was er mit ihrem Tod tun würde, wenn sie starb. Er beschloss, dass er sich von ihr verabschieden und ihre Entschuldigung annehmen würde. Er war glücklich über die Zeit, die er mit seinen Adoptiveltern hatte und dankte ihnen für alles, was sie ihm geboten hatten. Aber auch er wollte Susan in sein Leben aufnehmen und versuchen, eine Beziehung zu ihr aufzubauen, bevor es zu spät war. Er fühlte sich wie ein neuer Mensch, der seine Wurzeln entdeckt hatte